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Geothermie

Erdwärme: Heizen mit der Energie aus dem Untergrund

Wie die Wärme im Boden entsteht, auf welchen Wegen ein Eigenheim sie nutzen kann und was das im Betrieb bedeutet.

Was ist Erdwärme?

Erdwärme, auch Geothermie genannt, ist die Wärme, die im Untergrund gespeichert ist. Für ein Einfamilienhaus wird die oberflächennahe Erdwärme genutzt: Eine Wärmepumpe entzieht dem Boden oder dem Grundwasser Wärme auf niedrigem Temperaturniveau und hebt sie auf die Temperatur, die Heizung und Warmwasser brauchen.

In den obersten Metern stammt die Wärme vor allem von Sonne und Niederschlag. Je tiefer man kommt, desto weniger spielt das Wetter eine Rolle und desto gleichmäßiger wird die Temperatur über das Jahr. Aus noch größeren Tiefen strömt Wärme aus dem Erdinneren nach oben.

Davon zu unterscheiden ist die tiefe Geothermie, bei der heißes Wasser aus großer Tiefe direkt genutzt wird, etwa für Wärmenetze. Für das eigene Haus ist sie nicht gedacht. Hier geht es immer um eine Wärmepumpe mit Sonde, Kollektor oder Brunnen.

Querschnitt durch Erdschichten als Wärmequelle für Erdwärme
Mit zunehmender Tiefe wird die Temperatur im Boden gleichmäßiger.
Drei Wege

Wie ein Eigenheim Erdwärme nutzen kann

Sonde, Kollektor oder Grundwasser: Die Wärmepumpe ist ähnlich, die Wärmequelle unterscheidet sich stark.

WärmequelleSo funktioniert esBehörde
Erdwärmesondesenkrechte Tiefenbohrung, meist 50 bis 150 m, geschlossener Solekreisin der Regel Anzeige nach § 31c WRG
FlachkollektorRohrschlingen in 1 bis 1,5 m Tiefe, Fläche ca. 1,5- bis 3-fache Wohnflächeje nach Bundesland, vorab klären
GrundwasserFörder- und Schluckbrunnen, Grundwasser mit 7 bis 12 °CBewilligung nach § 10 WRG

Stand Oktober 2026. Quellen: energiesparhaus.at (Sondentiefe), Stadt Wien 2014 (Kollektor), klimaaktiv 2023 (Grundwasser), Merkblätter Wien und Oberösterreich (Sonde).

Warum die Tiefenbohrung oft die praktischste Lösung ist

Die Sonde hat zwei Vorteile, die gerade im Bestand zählen: Sie braucht im Garten kaum Platz, und sie erreicht Schichten mit stabiler Temperatur. Ein Kollektor verlangt dagegen eine große freie Fläche, die später nicht bebaut werden soll. Eine Grundwasseranlage setzt ausreichend Grundwasser in passender Qualität voraus und braucht eine wasserrechtliche Bewilligung.

Wie eine Sonde aufgebaut ist und wie tief sie reichen muss, beschreibt die Seite Erdwärmesonde. Was beim Bohren schiefgehen kann und welche Einschränkungen es gibt, steht unter Nachteile der Tiefenbohrung.

Für welche Häuser sich Erdwärme eignet

Erdwärme passt zu Häusern, die mit niedriger Vorlauftemperatur auskommen. klimaaktiv nennt als Kriterium für eine geeignete Wärmepumpenheizung, dass der Vorlauf am kältesten Tag 55 °C nicht überschreitet. Mit Fußbodenheizung ist das meist kein Problem, mit Heizkörpern hängt es von ihrer Größe und vom Dämmstandard ab.

  • Neubau oder sanierter Bestand mit Fußboden- oder Wandheizung
  • Grundstück mit Platz für ein Bohrgerät und Zufahrt
  • Standort außerhalb von Schutzzonen, in denen Bohrungen ausgeschlossen sind
  • Wunsch nach einer leisen Heizung ohne Außengerät

Was Heizen mit Erdwärme im Betrieb kostet

Weil die Wärmequelle im Winter wärmer ist als die Außenluft, braucht eine Erdwärmepumpe für dieselbe Wärmemenge weniger Strom. Der OÖ Energiesparverband empfiehlt bei Erdreich und Grundwasser eine Jahresarbeitszahl von mindestens 4, bei Luft 3,5. Bosch Österreich hat das für ein Haus mit 120 m² bei 25 Cent je kWh durchgerechnet:

GebäudeErdwärme (JAZ 4,0)Luft (JAZ 3,5)
Neubau, 10.000 kWh Wärmeca. € 625 im Jahrca. € 714 im Jahr
Altbau, 20.000 kWh Wärmeca. € 1.250 im Jahrca. € 1.428 im Jahr

Beispielrechnung von Bosch Home Comfort Österreich, Stand Oktober 2026. Ihr Ergebnis hängt von Strompreis, Wärmebedarf und Anlage ab.

Dem geringeren Stromverbrauch stehen höhere Anschaffungskosten gegenüber, vor allem durch die Bohrung. Eine Aufstellung mit Rechenbeispielen finden Sie unter Tiefenbohrung Kosten. Für den Umstieg von einer fossilen Heizung gibt es in der Neuauflage Kesseltausch 2026 € 5.000 Pauschale und für eine neue Sonde € 5.000 Bohrbonus (Registrierung 2.11. bis 31.12.2026, Stand Oktober 2026).

Sie möchten wissen, ob Erdwärme für Ihr Haus in Frage kommt? Über die Anfrage für Wärmepumpe mit Tiefenbohrung melden sich bis zu drei Fachbetriebe aus Ihrer Region.

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Fachbetriebe aus Ihrer Region sehen sich Haus und Grundstück an und sagen Ihnen, ob Sonde, Kollektor oder Brunnen passt. Bis zu drei Angebote, kostenlos.

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