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Sondentechnik

Erdwärmesonde: Aufbau, Funktion und richtige Tiefe

Was nach der Tiefenbohrung im Bohrloch steckt, wie die Sonde Wärme aufnimmt und wie ihre Länge berechnet wird.

Was ist eine Erdwärmesonde?

Eine Erdwärmesonde ist ein Rohrsystem, das senkrecht in einem Bohrloch steckt und mit Sole gefüllt ist. Die Sole fließt in den Rohren nach unten, nimmt dabei Wärme aus dem umgebenden Gestein auf und kehrt erwärmt zur Wärmepumpe zurück. Die Sonde ist ein geschlossener Kreislauf ohne Kontakt zum Grundwasser.

Üblich sind Kunststoffrohre, die am unteren Ende in einem Sondenfuß umgelenkt werden. So entsteht im Bohrloch ein Hin- und ein Rückweg. Nach dem Einbau wird der Raum zwischen Rohren und Bohrlochwand mit einem Verfüllmaterial gefüllt. Das sorgt für guten Wärmeübergang zum Gestein und dichtet das Bohrloch ab, damit sich verschiedene Grundwasserschichten nicht vermischen.

An der Oberfläche bleibt nur der Sondenkopf, meist in einem kleinen Schacht. Von dort führen Leitungen in einem Graben zum Haus.

Erdwärmesonde wird nach der Tiefenbohrung in das Bohrloch eingebracht
Die Sonde wird direkt nach dem Bohren ins Bohrloch gelassen und anschließend verfüllt.
Funktion

Wie die Erdwärmesonde Wärme gewinnt

Ein einfacher Kreislauf, der das ganze Jahr über läuft, sobald die Wärmepumpe heizt.

Abwärts

Die Umwälzpumpe drückt die abgekühlte Sole von der Wärmepumpe in die Sonde.

Wärme aufnehmen

Auf dem Weg nach unten und wieder herauf ist die Sole kälter als das Gestein und nimmt Wärme auf.

Aufwärts

Die leicht erwärmte Sole strömt zurück und erreicht den Verdampfer der Wärmepumpe.

Abgeben

Die Wärmepumpe entzieht der Sole die Wärme, hebt sie auf Heiztemperatur und schickt die Sole wieder hinab.

Wie tief muss eine Erdwärmesonde sein?

Die Länge der Sonde richtet sich danach, wie viel Wärme das Haus am kältesten Tag braucht und wie viel jeder Meter im Untergrund liefern kann. Zwei Richtwerte aus Österreich helfen bei der ersten Einschätzung:

  • Faustwert je kW: 20 bis 25 m Bohrtiefe je Kilowatt Heizleistung (OÖ Energiesparverband)
  • Entzugsleistung je Meter: im Schnitt 50 bis 70 W, in trockenem, schlecht leitendem Boden 20 W oder weniger (energiesparhaus.at)
  • Übliche Tiefen: 50 bis 150 m beim Einfamilienhaus, in Wien laut älterer Broschüre 50 bis 250 m

Warum die Faustwerte unterschiedlich ausfallen

energiesparhaus.at kommt für 10 kW Heizlast auf rund 150 m Sonde, der Faustwert von 20 bis 25 m je kW ergäbe 200 bis 250 m. Der Unterschied liegt in den Annahmen. Die Sonde muss nicht die ganze Heizleistung liefern, sondern nur den Teil, der aus dem Boden kommt; den Rest steuert der Strom für den Verdichter bei. Wie groß dieser Anteil ist und wie viel Watt ein Meter abgibt, hängt von Gerät und Gestein ab. Darum gehören beide Werte in die Kategorie Faustregel. Verbindlich ist nur die Planung nach ÖWAV-Regelblatt 207, das energiesparhaus.at als Grundlage nennt.

Eine tiefe Sonde oder mehrere kurze?

Ab einer gewissen Länge wird die Gesamttiefe auf mehrere Bohrungen verteilt. Zwischen den Sonden sollen laut energiesparhaus.at mindestens 6 m liegen. Sehr tiefe Bohrungen können wasserrechtlich anders behandelt werden: In Oberösterreich braucht eine Sonde über 300 m eine Bewilligung statt einer Anzeige. Die Stadt Salzburg verlangt bei mehr als 1.000 Laufmetern oder über 30 kW einen Nachweis der Wärmebilanz und empfiehlt einen Thermal-Response-Test, der die tatsächliche Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds misst.

Worauf es bei der Sondenplanung ankommt

  • Eine Heizlastberechnung nach ÖNORM EN 12831 bzw. ÖNORM H 7500-3, keine Schätzung nach Wohnfläche
  • Eine realistische Einschätzung des Untergrunds am Standort
  • Ausreichende Sondenlänge, damit der Boden über den Winter nicht zu stark auskühlt
  • Abstände zu weiteren Sonden, zur Grundstücksgrenze und zu Leitungen
  • Klärung mit der Wasserrechtsbehörde, ob am Standort gebohrt werden darf

Eine zu kurze Sonde ist der teuerste Planungsfehler: Der Boden kühlt aus, die Jahresarbeitszahl sinkt und die Stromkosten steigen. Eine überdimensionierte Anlage kostet dagegen unnötig viel. Was die Bohrmeter kosten, zeigt Tiefenbohrung Kosten je Meter, den Hintergrund zur Wärmequelle Erdwärme im Einfamilienhaus. Wenn Sie eine Planung für Ihr Haus wollen, nutzen Sie die Angebotsanfrage für die Erdwärmesonde (Stand Oktober 2026).

FAQ

Fragen zur Erdwärmesonde

Wie tief muss eine Erdwärmesonde sein?

Für Einfamilienhäuser reichen Erdwärmesonden laut energiesparhaus.at meist 50 bis 150 m tief. Der OÖ Energiesparverband nennt als Faustwert 20 bis 25 m je Kilowatt Heizleistung. Die Gesamtlänge kann auf mehrere Sonden aufgeteilt werden.

Wie viel Wärme liefert ein Meter Erdwärmesonde?

energiesparhaus.at nennt eine durchschnittliche Entzugsleistung von 50 bis 70 Watt je Meter. In trockenem, schlecht leitendem Boden sind es 20 Watt oder weniger. Wie gut Ihr Untergrund ist, zeigt die geologische Einschätzung oder bei größeren Anlagen ein Thermal-Response-Test.

Wie viel Abstand brauchen mehrere Erdwärmesonden?

Laut energiesparhaus.at sollen zwischen zwei Sonden mindestens 6 m liegen, damit sie sich nicht gegenseitig die Wärme entziehen. Auch zur Grundstücksgrenze und zu Leitungen sind Abstände einzuhalten, die der Fachbetrieb bei der Planung festlegt.

Die passende Sondenlänge für Ihr Haus

Fachbetriebe aus Ihrer Region berechnen Heizlast und Sondenlänge und erstellen ein Angebot für Bohrung und Wärmepumpe. Kostenlos und unverbindlich.

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